Portrait

Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: "Sie haben sich gar nicht verändert."
"Oh!" sagte Herr K. und erbleichte.
(Bert Brecht • Geschichten von Herrn K. / Das Wiedersehen)




Zu Hause stand ein Klavier und weckte Neugier; die älteren Brüder spielten Blockflöte und lösten einen Nachahmungseffekt aus; die Eltern nahmen den kleinen Hartmut, der sich nie dagegen sträubte, mit in Kirchenkonzerte. Klavier- und Blockflötenunterricht, Hausmusik und Singen im Kirchenchor, später in der Ev. Kantorei Iserlohn, hatten ihren festen Platz.

Der Jazz kam „mit den ersten Bartstoppeln“. Ferienjobs ermöglichten den Kauf eines Altsaxophons, das Hartmut Tripp autodidaktisch erlernte. Es folgten Jahre der Jazzpraxis in verschiedenen, auch eigenen Bands. Noch im Erwachsenenalter nahm er Unterricht in Querflöte, vertiefte seine Kenntnisse und die nie nachlassende Neigung zur europäischen Musiktradition, aber auch das wachsende Interesse für zeitgenössische Musik. Die Wahrnehmung für Popmusik war zwangsläufig und unvermeidlich.

Nach zwei, jeweils 10jährigen Berufsstationen (Lehre und Meisterprüfung als Goldschmied, dann Journalist) und ständigen Jazz-Aktivitäten in diversen Bands wurde es dann auch hauptberuflich musikalisch: Ausbildung zum Musikschullehrer im Elementarbereich und Tätigkeit an einer Musikschule, dann noch Erlangung der Lehrbefähigung für Blockflöte sowie Fortbildungen und Kurse, u.a. bei Sigurd Rascher, Jean-Marie Londeix, Joe Viera und Bill Holeman.

Mit Ausscheiden aus der Musikschule nach 20 Jahren ist jetzt die Zeit einer freiberuflichen Tätigkeit gekommen. Was bislang „nebenher“ gemacht werden musste, ist nun Schwerpunkt: Komponieren, Arrangieren, Bearbeiten und Publizieren. Nach wie vor aber auch: Musik machen, gelegentlich als väterlicher Begleiter der Chansonsängerin Nina Tripp.

Milestones

1937   Am 26.Juli geboren in Iserlohn/NRW (Vater Lokführer, Mutter Lehrerin)
1950   Klavierunterricht bei Liesel Heer (Iserlohn)
1955   Lehre als Gold- und Silberschmied
1956   Evangelische Kantorei Iserlohn
1953   Altsaxophon lernen - autodidaktisch (Instrumentenbeschaffung durch Ferienjob)
1959   Wehrdienst
1963   Meisterprüfung als Goldschmied / Eigene Werkstatt
1965   Jazzkursus in Remscheid
1966   Redakteur bei der WESTFALENPOST
1970   Gründung des HCI Swing-Septetts (lead/arr/ts)
1974   Jazzkursus in Burghausen
1977   Ausbildung zum Musikschullehrer in Münster (Elementarbereich); Einrichtung einer Jazzklasse an der Musikschule Iserlohn (Ltg.*); Unterrichtsauftrag für Saxophon an der Gesamthochschule Duisburg
1979   Einstellung als hauptamtliche Lehrkraft an der Musikschule Hochsuerlandkreis; Symposium für klassisches Saxophon in Trossingen mit Sigurd Rascher und Jean-Marie Londeix
1980   Fortbildung zur Lehrbefähigung im Fach Blockflöte in Trossingen; Gründung der HSK BIG BAND; Unterrichtsauftrag für Big Band an der Gesamthochschule Paderborn
1981   Berufung zum Zweigstellenleiter Arnsberg der Musikschule HSK; Gründung der Jazzgruppe "Rythm'n Reeds"
1983   Dozent für Instrumentalpädagogik an der Landesakademie NRW
1984   Hrg.* des Unterrichtswerkes "Jazz Praxis" (Bosse-Verlag Regensburg)
1985   Mitwirkung an der LP "Red Socks" der Pee Wee Bluesgang
1986   Referent beim 1. Intern. Kongress für Jazzpädagogik in Remscheid; Referent der Gesellschaft für Musikpädagogik (GMP) in Münster; 1.Konzertreise der HSK BIG BAND nach England und Schottland; Jazzseminar für Arrangement in Tübingen u.a. mit Bill Holeman
1987   LP-Aufnahmen a) mit Rhythm 'n Reeds, b) mit der HSK BIG BAND; 2.Konzertreise der HSK BIG BAND nach England und Schottland; UA* der Auftragskomposition "Jazz in Town" (Peter Herbolzheimer Big Band)
1989   2.Platz mit der HSK BIG BAND beim 2. Intern. Bigband-Festival in Dortmund; UA des Musiktheaterstückes "Die blaue Rose" (Marsberg)
1990   UA des Musiktheaterstückes "Der Zauber des Glücks"
1991   Musikcassette "Yellow Roses" der HSK BIG BAND
1992   Konzertreise der HSK BIG BAND nach Sangerhausen (Sachsen-Anhalt)
1993   UA des Theaterstückes "Saure Zeiten für den Gullyblubb" (Marsberg)
1994   UA des Musiktheaterstückes "Die Nachtigall" (Marsberg)
1995   Konzertreise der HSK BIG BAND nach Markneukirchen (Sachsen); Hrg. der Saxophon-Schule "Das fröhliche Saxophon" (Schott-Verlag, Mainz)
1999   UA der Suite "Westfalian Fantasy" (Westfalenlied) in Bestwig
2000   Gründung des Hartmut Tripp Quartetts (Tripp-Bosak-Samusch-Mokross); Musik für Theaterstück "Manche mögen's heiss" / Sauerlandtheater Arnsberg
2001   Hrg. der Improvisations-Methode "Primary Jazz Kit" (de Haske Publ./Holland); Hrg. der CD "All Blues" (Hartmut Tripp Quartett)
2002   UA der Kantate "Christ ist erstanden" zur Osternacht (Friedenskirche Letmathe)
2003   UA der "Friedenskantate" für Chor, Orgel und Jazzquartett (Johanneskirche Iserlohn)
2005   Hrg. der CD "Faces" (Hartmut Tripp Quartett, Funk-Group, Tripp-Grün-Duo)
2006   Hrg. "A New Fresh" / Acht Kompositionen, Ausgaben für Sopransax/Klarinette und Klavier sowie Flöte und Klavier (Eres-Edition, Lilienthal)
2007   EA* "Drunk Funk" für Big Band in Iserlohn; Hrg. "Voyage" / konzertantes Stück für Altsax und Kirchenorgel (Edition Dohr, Köln; Hrg. "Vier Motetten" von Orlandi di Lasso), eingerichtet für Blockflötenchor (Edition Dohr, Köln)
2008   Friedenskantate Hrg. der überarbeiteten Fassung,Edition Dohr, Köln.www.dohr.de. Hrg."Adventsdmusik für Bläser - Adventsmusik für Streicher - Adventsmusik für Blockflöten" http://www.eres-musik.de
2009   Hrg. Voyage für Blockflöten (Edition Dohr),http://www.Dohr.de /Hrg. Carribaen Stuff (Eres-Edition)http://www.eres-musik.de , Aufführungen der Friedenskantate in Iserlohn (07.11.Oberste Stadtkirche) und Hamm (09.11. Pauluskirche).
2010   Fertigstellung der Westphalian Fantasy für Sinfonisches Blasorchester. - Notierung der Bruchmotette von Ulrich Tripp
2011   Kongress der ERTA (europaen recorder teacher's Association) in Trossingen. / Hrg. "Der Treppenwitz" http://www.moeck.com
2012   UA dreier Choralbearbeitungen / Silvesterkonzert Oberste Stadtkirche Iserlohn (H.P.Springer, Orgel)
2013   UA "Modus vivendi" Oberste Stadtkirche Iserlohn (H.Tripp, Saxophon/H.P.Springer, Orgel) - 50 Jahre Schuke-Orgel
* Ltg = Leitung / Hrg. = Herausgabe/Erscheinen/ UA= Uraufführung / EA = Erstaufführung